Rheuma betrachtet aus naturheilkundlicher Sicht

Bei rheumatischen Erkrankungen ist stets der Fluss oder Durchfluss gestört. Der Begriff "rheum" kommt aus dem Griechischen und bedeutet: "Fließen, strömen". Es handelt sich also um Stagnation. Stoffwechselendprodukte werden an falschen Stellen abgelagert und ungenügend ausgeschieden. Sie blockieren dadurch die Beweglichkeit von Muskeln, Gelenken, Bindegewebe oder Gefäßwänden. Es hilft nicht die Schmerzen zu bekämpfen, weil das nichts an der eigentlichen Erkrankung ändern würde. Naturheilkundliche Therapien bei rheumatischen Erkrankungen versuchen den "Fluss wieder in Gang zubringen". Ob Akupunktur, Heilkräuter, Homöopathie, traditionelle chinesische Medizin etc. Bei allen naturheilkundlichen Behandlungsmethoden gilt es Gelenke, und Gewebe zu entsäuern, zu entgiften um den natürlichen Fluss (Stoffwechsel) wieder in geordnete Bahnen zu lenken.

Die homöopathische Behandlung von rheumatischen Erkrankungen

Ein klassisch homöopathisch praktizierender Arzt oder Heilpraktiker behandelt nicht die Krankheit Rheuma sondern den erkrankten Patienten mit seinen rheumatischen Beschwerden. Die Hauptaufgabe des Homöopathen ist es den auslösenden Faktor der Erkrankung zu finden. Wann begannen die Beschwerden und was ist unmittelbar davor im Leben des Patienten geschehen. Welche erblichen Veranlagung hat der Patient? Wie ist die Konstitution des Patienten? Sowohl Veranlagung als auch Konstitution entscheiden über den Verlauf einer Erkrankung. Somit wird schon klar warum es in der Homöopathie nicht ein klassisches Rheumamittel geben kann. Jeder Patient braucht ein völlig eigenes individuelles "Rheumamittel". Auch wenn drei verschiedene Patienten mit der gesicherten Diagnose Rheuma in die Behandlung kommen, so haben sie doch alle unterschiedliche Beschwerden.

Patient A hat beispielsweise nur in den Fingergelenken und zu Beginn einer Bewegung Schmerzen, die sich eindeutig durch Wärme bessern.

Patient B hat beispielsweise nur Schmerzen in den großen Gelenken wie z.B. Knie oder Schulter und diese nur nachts in Ruhe, verschlimmert durch Bettwärme.

Patient C hat beispielsweise in allen Gelenken Schmerzen, aber immer nur dann, wenn das Wetter nass und kalt ist.

Allein an diesen drei Patienten erkennt man schon wie unterschiedlich sich ein und dieselbe Erkrankung äußern kann. Dadurch erklärt sich von selbst, daß nicht ein Medikament bei allen drei Patienten helfen kann. Um eine deutliche Besserung der Beschwerden zu erreichen, braucht also jeder dieser 3 Patienten ein individuell für Ihn passendes homöopathisches Medikament. Es wäre ein sehr großer Zufall, wenn man unter den vielen homöopathisch wirksamen Rheumamitteln das passende für sich selbst herausfindet. Jedes homöopathisch wirkende Medikament hat ein individuelles Wirkspektrum. Ein Homöopath hat die Aufgabe bei der Behandlung des Rheumatikers genau das Medikament zu finden, welches den Beschwerden des Patienten am ähnlichsten ist. (siehe ähnlichkeitsprinzip). Nur dann kann Homöopathie helfen! Ein homöopathisches Medikament wird sogar, wenn es in hohen Potenzen eingenommen wird, massive Nebenwirkungen hervor rufen. Aus diesem Grund gehe ich hier nicht näher auf spezielle homöopathische Rheumamitteln ein. Zusammenfassend lässt sich sagen, daß es in der homöopathischen Behandlung von rheumatischen Erkrankungen oder Gicht eine Reihe von Mitteln gibt, die aber immer individuell auf die spezielle Situationen des Patienten abgestimmt werden müssen.

© 2011 - 2018 Carmen Winkelmann