ADS und ADHS

Fluch oder Segen der modernen Medizin?

Die Problematik der schulmedizinischen Behandlung von ADS / ADHS

Immer mehr Kinder zeigen in der Schule Auffälligkeiten, können sich schlecht konzentrieren, haben Probleme über längere Zeit dem Unterricht zu folgen. Die Ursache hierfür ist häufig ADS/ ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit/ Aufmerksamkeitsdefizit mit Hyperaktivität)

Das Beschwerdebild des hyperaktiven Kindes ist nichts Neues. Wir kennen es bereits aus Struwwelpeters: "Zappelphillip". Das Bild des ADS-Kindes kennen wir ebenso aus Wilhelms Busch Geschichte vom "Hans guck in die Luft". Die Amerikaner verordnen bereits seit Jahren Beruhigungsmittel für diese Kinder. Die Wirkung dieser Psychopharmaka ist meist erstaunlich gut. Unruhige ADHS Kid`s werden schnell zu pflegeleichten, braven und ruhigen Kindern. Die verträumten ADS-Kid`s sind wieder konzentrierter im Unterricht dabei. Es dauerte nicht lange bis die Pharmaindustrie mit der Behandlung dieser Kinder einen lukrativen Markt entdeckt hat, der sich in den letzten 3 Jahren verdreifachte.

Seitdem derartige Medikamente mit dem Wirkstoff ´Methylphenidat´ wie beispielsweise Ritalin, Concert, Equasym, Medikinet etc. auf dem Markt sind, mahnen jedoch verantwortungsvolle Ärzte und Heilpraktiker vor deren Nebenwirkungen. Methylphenidat ist ein Abkömmling des Amphetamins (Amphetamine fallen unter das Betäubungsmittelgesetz!!). Es ist ein Medikament der Psychopharmaka-Sparte und gehört zu den so genannten Stimmulantien. Diese Substanzen beeinflussen vor allem die Aktivität des zentralen Nervensystems und die psychischen Funktionen, wie Stimmung, Affektivität und Emotionalität aber auch die Aufmerksamkeit, die Impulsivität und den Antrieb. Bei einem Kind mit ADS wird der Antrieb gesteigert und bei einem Kind mit ADHS wird die Impulsivität gebremst.

Ärzte, die den Kindern derartige Medikamente verordnen, weisen die Eltern daraufhin wie wichtig es ist, ihre Kinder unter strenge ärztliche Kontrolle zu stellen. Es müssen Leberwerte im Blut des Kindes kontrolliert werden um rechtzeitig festzustellen, ob die Medikamente (die angeblich ja so harmlos sind) nicht doch gravierende Nebenwirkungen haben.

Die häufigsten Nebenwirkungen die bei Methylphenidat beobachtet werden sind: Ein vermindertes Hungergefühl mit sogenannten Heißhungerattacken wenn die Wirkung des Medikamentes nachläßt, Neigung zu Weinerlichkeit, nervöse Zuckungen (Tics), allergische Reaktionen, Blutbildveränderungen, Magen- Darmstörungen, Wachstumsverzögerungen, die Entstehung von Parkinson und vieles mehr.

Ist es wirklich sinnvoll Kinder mit derartigen Medikamenten zu therapieren oder besser gesagt zu manipulieren? Häufig doch nur damit sie besser in das desolate Schulsystem passen (30 Kinder und mehr in einer Klasse). Es scheint einfacher, unruhige bzw. verhaltensauffällige Kinder mit Medikamenten anpassungsfähig zu machen, als das Schulsystem zu ändern!!! Wenn wir unsere Kinder so manipulieren, dass alle gleich sind, dann haben wir doch deutlich weniger Probleme in den Schulklassen. Ich frage mich allerdings wie die Menschheit in 10 Jahren wohl aussieht, wenn all diese "medikamentös manipulierten" Kinder erwachsen sind?

Ich frage mich ebenso wie lange es noch dauern wird, bis die Pharmaindustrie Medikamente für zu blonde, zu lustige, zu ehrgeizige oder zu stark pigmentierte Kinder entwickelt.

Wie gut das es auch hyperaktive Erwachsene gibt, die als Kind nicht mit Medikamenten ruhig gestellt wurden. Sie arbeiten heute vielleicht gerne in stressreichen und hektischen Berufen, sie sind z.B. gerne Manager, Börsenmitarbeiter etc.

© 2011 - 2018 Carmen Winkelmann